Lebensmittelverschwendung
In Deutschland werden jährlich rund zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen, was nicht nur ökologisch bedenklich ist, sondern auch ethisch fragwürdig erscheint, zumal weltweit Hunderte Millionen Menschen an Hunger leiden. Die Verschwendung erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette – von der landwirtschaftlichen Produktion über den Handel bis hin zum Endverbraucher.
Ein erheblicher Teil der Verluste entsteht bereits auf dem Feld, da Obst und Gemüse, das den ästhetischen Normen des Handels nicht entspricht, aussortiert wird. Krumme Gurken oder unförmige Kartoffeln finden häufig keinen Abnehmer, obwohl sie geschmacklich einwandfrei wären. Initiativen wie „Zu gut für die Tonne“ oder diverse Foodsharing-Plattformen setzen sich dafür ein, dass solche Produkte dennoch genutzt werden.
Auch auf der Ebene der privaten Haushalte besteht erhebliches Einsparpotenzial. Studien zufolge werden pro Person und Jahr etwa 75 Kilogramm Lebensmittel entsorgt, wobei ein Großteil davon zum Zeitpunkt der Entsorgung noch genießbar gewesen wäre. Mangelnde Planung beim Einkauf, Fehlinterpretation des Mindesthaltbarkeitsdatums und zu große Portionsgrößen gelten als Hauptursachen.
Experten fordern neben einer besseren Verbraucheraufklärung auch verbindliche Maßnahmen seitens der Politik, etwa ein Verbot für Supermärkte, noch genießbare Lebensmittel zu entsorgen, wie es in Frankreich bereits seit 2016 umgesetzt wird. Ohne ein Zusammenwirken aller Beteiligten dürfte eine spürbare Reduzierung der Lebensmittelverschwendung kaum zu erreichen sein.