B2

Goethe B2 — Digitale Demokratie und Bürgerbeteiligung

Immer mehr Kommunen experimentieren mit digitalen Beteiligungsplattformen, auf denen Bürger über Haushaltsprioritäten abstimmen und Vorschläge einreichen können.

Die Stadt Wuppertal hat mit dem 'Talbeteiligung'-Portal eine Vorreiterrolle übernommen. Über 40.000 Bürger haben die Plattform genutzt und mehr als 3.000 Vorschläge eingereicht. Einige wurden umgesetzt — etwa die Umgestaltung eines Parkplatzes in einen Bürgerpark.

Doch Politikwissenschaftler mahnen zur Vorsicht. 'Es sind vor allem gut gebildete, mittelalte Männer, die sich auf diesen Plattformen engagieren. Ältere Menschen und Migranten werden oft nicht erreicht', warnt Prof. Kersting. Die digitale Kluft drohe, sich in eine demokratische Kluft zu verwandeln.

Ein weiteres Problem ist die Gefahr der Manipulation. Organisierte Interessengruppen können durch koordinierte Aktionen Abstimmungen beeinflussen. Die Herausforderung besteht darin, digitale Beteiligung inklusiv und sicher zu gestalten.