Gender Pay Gap
Trotz jahrzehntelanger Gleichstellungsbemühungen verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt immer noch rund 18 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Dieser sogenannte Gender Pay Gap wird von Fachleuten sowohl auf strukturelle als auch auf individuelle Faktoren zurückgeführt. Zu den strukturellen Ursachen zählen unter anderem die ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit sowie die Tatsache, dass typisch weibliche Berufe häufig schlechter entlohnt werden.
Es wird darauf hingewiesen, dass Frauen überproportional häufig in Teilzeit arbeiten, da sie nach wie vor den Großteil der Kinderbetreuung und der häuslichen Pflege übernehmen würden. Indem gesellschaftliche Rollenbilder hinterfragt und eine gleichmäßigere Aufteilung der Sorgearbeit angestrebt werde, könne dieser Faktor langfristig abgeschwächt werden.
Darüber hinaus spielen Gehaltsverhandlungen eine bedeutende Rolle. Studien haben gezeigt, dass Frauen seltener als Männer aktiv eine Gehaltserhöhung fordern würden, was teilweise auf sozialisationsbedingte Zurückhaltung zurückgeführt werde. Transparente Gehaltsstrukturen, wie sie durch das Entgelttransparenzgesetz von 2017 angestoßen wurden, könnten dazu beitragen, diese Asymmetrie abzubauen.
Letztlich erfordert die Schließung des Gender Pay Gaps ein Zusammenwirken von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ohne tiefgreifende kulturelle Veränderungen dürfte es schwierig bleiben, die bestehende Lohnlücke vollständig zu überwinden, selbst wenn weitere gesetzliche Maßnahmen ergriffen werden sollten.