Goethe B2 — Gendern in der deutschen Sprache
Kaum ein sprachliches Thema wird in Deutschland so emotional diskutiert wie das Gendern. Die Debatte spaltet Gesellschaft, Medien und Politik.
Befürworter der geschlechtergerechten Sprache argumentieren, dass Sprache das Denken formt. Wenn immer nur die männliche Form verwendet wird, werden Frauen unsichtbar gemacht. Studien zeigen, dass Kinder sich mehr Berufe zutrauen, wenn beide Geschlechter genannt werden.
Kritiker hingegen sehen im Gendern einen Eingriff in die natürliche Sprachentwicklung. Das generische Maskulinum meine alle Geschlechter und sei seit Jahrhunderten etabliert. Gegenderte Texte seien zudem schwerer lesbar.
Der Rat für deutsche Rechtschreibung hat 2023 entschieden, Sonderzeichen wie den Genderstern nicht in das offizielle Regelwerk aufzunehmen. Gleichzeitig empfiehlt er, sensibel mit Sprache umzugehen. In der Praxis handhaben es Behörden, Medien und Unternehmen unterschiedlich.