Ein Poetry-Slam-Abend in der Studentenkneipe
Mehmet hatte schon seit Monaten eigene Texte geschrieben, sich aber nie getraut, sie vor Publikum vorzutragen. Als seine Mitbewohnerin ihn zu einem Poetry-Slam-Abend in der Studentenkneipe einlud, zögerte er zunächst, ließ sich dann aber überreden. Obwohl er wusste, dass die anderen Teilnehmer schon viel Erfahrung hatten, meldete er sich kurz vor Beginn spontan für die Liste an.
Nachdem drei andere Slammer ihre Texte vorgetragen hatten, wurde Mehmets Name aufgerufen. Seine Hände zitterten, trotzdem ging er auf die kleine Bühne und begann zu lesen. Je länger er las, desto ruhiger wurde er, und das Publikum lachte an genau den Stellen, die er sich erhofft hatte. Am Ende bekam er den zweitmeisten Applaus des Abends.
Nach seinem Auftritt kamen mehrere Zuschauer zu ihm und lobten seinen Text. Eine Frau fragte ihn, ob er beim nächsten Poetry Slam wieder mitmachen würde. Mehmet, der vor wenigen Stunden noch aus Angst fast abgesagt hätte, überlegte nicht lange und sagte begeistert zu. Auf dem Nachhauseweg dachte er, dass dieser Abend sein Leben ein kleines Stück verändert hatte.